Tempelmuseen

1.Obhut-Kirche in Fili (Tserkow’ Pokrowa w Filjach). Gottesmutter-Obhut-Kirche in Fili ist ein einzigartiges Denkmal für Architektur, angewandte Kunst und Bildkunst vom Ende des XVII. Jahrhunderts. Der Tempel wurde 1692-1693 vom Onkel Peters des I., Bojaren Lew Naryschkin in seinem Landsgut bei Moskau errichtet und stellt ein ausgeprägtes Muster für den sogenannten Naryschkin-Stil (oder Barock) in der Baukunst dar. Die Kirche ist „samt Glockengestell“ gebaut, das heißt, in sich die eigentliche Kirche mit einem Glockenturm vereinigt.

Die Kirche hat Altartische im Sommer- und im Wintertempel. Der obere, Sommeraltartisch zu Ehren des Nicht von Menschenhand geschaffenen Bildnis, behielt fast zur Gänze die ursprüngliche dekorative Ausstattung des Innenraums. Goldschnitzmuster der Ikonenwand, des Chorrampens und der Zarenloge ist von den besten Moskauer Schnitzer ausgeführt. Die Ikonen für die Ikonenwand sind von den herausragenden Malern aus dem Kreis der Zarenmeister der Rüstkammer gemalt: Kirill Ulanow, Karp Zolotarew. Der Obere Teil des Tempels arbeitet in der Sommerzeit als Museum (vom 15. Mai bis zum 15. Oktober).

Die Innenraumausstattung der unteren Obhut-Kirche wurde im Laufe des XVIII. – des XIX. Jahrhunderts mehrmals erneuert. Heutzutage werden hier an Feiertagen und am Wochenende Gottesdienste abgehalten.

2.Christus-Erlöser-Kathedrale. Der Komplex der Christus-Erlöser-Kathedrale ist eine einzigartige Architekturerrichtung, die oberen und unteren Tempel, Museum, Aussichtspunkt, Saal für Kirchentage und Speisesäle beinhaltet.

Im Haupttempel der Orthodoxen in Moskau sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Russlands, sein Glauben, Gedächtnis und Hoffnung eng verflochten. Die Christus-Erlöser-Kathedrale, konzipiert als Denkmal des Vaterländischen Krieges 1812, wurde zum Teil der russischen Nationalgeschichte, die traurig und tragisch war. Die Hauptexposition des Museums ist der Geschichte der Christus-Erlöser-Kathedrale – des Denkmals für die kriegerische Heldentat des russischen Volkes im Vaterländischen Krieg 1812 – gewidmet, u.z. deren Errichtung, Niedergang und Wiedergeburt. Von besonderem Interesse sind Originalexponate – durch ein Wunder nach der Sprengung erhalten gebliebenes Fugenbrett der Christus-Erlöser-Kathedrale aus dem Jahre 1839, Gedenkplattenfragmente mit Heldennamen, Werke der monumentalen, angewandten und Bildkunst. Die Exkursionen werden sowohl in der Kathedrale selbst, als auch zum Aussichtspunkt geführt. Es wird sich Ihnen ein erstaunliches und unvergessliches Panorama einer der schönsten Städte der Welt öffnen, das jahrhundertealte Architekturmosaik Moskaus lässt niemanden kalt, es bewundert immer wieder durch sein groteskes Stil- und Geschmacksspiel. Von vier Plattformen, die sich zwischen den Glockentürmen der Kathedrale, in der Höhe von 40 Metern, befinden, öffnet sich eine herrliche Aussicht des Moskauer Panoramas.

3.Tempelmuseum des Heiligen Hierarchen Nikolai in Tolmatschi hat den Status der Hauskirche bei der Tretjakow-Galerie. Ein bedeutender Teil ihrer Innenausstattung stellen die Exponate aus der Museumssammlung dar. Es sind die Ikonen der Haupt- und der Seitenikonenwand, unter anderem „Heiliger Hierarch Nikolai“, „Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel“, sowie Kreuze für Hinteraltarraum, liturgische Geräte. Hier wird auch in einem speziell eingerichteten Schaufenster das größte russische Heiligtum und das weltweit bekannte Kunstwerk, ein besonderes Juwel in der Sammlung der Galerie – die Ikone „Gottesmutter von Wladimir” (das XII. Jahrhundert) – aufbewahrt. Ihre Präsenz im Tempelmuseum lässt die künstlerische und die sakrale Natur dieses Denkmals organisch vereinigen.

Der Steintempel wurde 1697 vom Gemeindemitglied der Auferstehungskirsche in Kadaschi L.Dobrynin errichtet. Zu verschiedenen Zeiten wurde der Tempel um- und nachgebaut: 1770 erschien im Speisesaal der Obhut-Nebenaltar, 1834 wurde der Speisesaal nach dem Projekt von F.M.Schestakow umgebaut und ein neuer Glockenturm gestellt, 1856 wurde das Vierkant-Grundgebäude des Tempels renoviert und der Hauptaltar umgebaut. Ist bekannt, dass der Gründer der Tretjakow-Galerie Pawel Michailowitsch Tretjakow ein eifervoller Gemeindemitglied der Kirche des Heiligen Hierarchen Nikolai in Tolmatschi war.

Zum Jahre 1997, zum 300-jährigen Jubiläum des Tempels, wurde dessen Restaurierung abgeschlossen. Man errichtete auf neu den schlanken Glockenturm und stellte die Fünfköpfigkeit des Vierkant-Grundgebäudes wieder her. Es wurden drei Ikonenwände, Wandikonenkästen rekonstruiert, Wandmalerei zur Gänze wiederhergestellt. Der Tempel ist das erste Haus-Tempelmuseum in Russland, dem die Ehre beschert wurde, Heiligtümer aufbewahren zu dürfen.

4.Moskauer Nowodewitschi-Kloster ist eines der berühmtesten Klöster in Moskau. Heutzutage ist es auch eine tätige Frauenvereinigung, und ein Denkmal für Geschichte und Architektur, eingetragen in die Liste des Weltkulturerbes von UNESCO. Die Geschichte des Klosters ist untrennbar mit der Geschichte des wundertätigen Bildes der Heiligen Mutter Gottes von Smolensk verbunden, das der Überlieferung zufolge vom Evangelisten Lukas mit dem Segen der heiligsten Mutter Maria selbst gemalt wurde. Der Moskauer Großfürst Wassili III. gründete das Kloster 1524 nach der Rückkehr der Stadt Smolensk unter die Herrschaft des Russischen Staates. Und heute steigen nach wie vor gerade in der Mitte des Klosterensembles die mächtigen Köpfe der Smolensk-Kathedrale – die Zeugen jener Zeiten – empor. Die übrigen Tempel sowie Gemächer, Mauern und Türme wurden später gebaut und tragen das Gepräge des „Naryschkin-Barock-Stils“, der Ende des XVII. – Anfang des XVIII. Jahrhunderts Verbreitung erfuhr. Das Nowodewitschi-Kloster wurde durch viele historische Ereignisse berühmt. Hier nahmen das Mönchtum die Frauen aus der Großfürsten- und Zarenfamilie.

Dieses uralte Kloster ist eines der beliebtesten Touristenobjekte Moskaus. Hier arbeitet ein Kirchenmuseum mit einem Exkursionsbüro und sind einige stationäre Expositionen eröffnet. Von großem Interesse ist die Nekropole des Nowodewitschi-Klosters, wo die Begräbnisse von berühmten Vorfahren, Kriegsherren, Wissenschaftlern und Künstlern erhalten geblieben sind.

5.Empfängnis-Kloster (Satschatjewski Monsatyr)  ist eines der ältesten Frauenklöster in Moskau. 1360 errichtete der heilige Aleksi, Metropolit von Moskau, die Holzkirche der Empfängnis von rechtschaffener Anna und gründete ein Kloster dabei, dessen erster Konvent seine leiblichen Schwester waren, u.z. Klostervorsteherin Iulianija und Nonne Ewpraksija. 1547 wurde das Kloster durch einen Brand vernichtet und näher zum Kreml versetzt.

Das wichtigste Architekturdenkmal des Klosters ist die Über-dem-Tor-Kirche des Nicht von Menschenhand geschaffenen Bildnis, die blieb als die einzige zu Sowjetzeiten erhalten.

In der Mitte des Klosters liegt die Kathedrale der Geburt der Allerheiligsten Gottesgebärerin, die im Zeitraum von 2008 bis 2012 an der Stelle der in den Jahrhunderten vom XVI. bis zum XIX. zerstörten Tempel gebaut wurde. Die Kathedrale besteht aus einem Oberteil, die sich aus den einstöckigen Tempeln zusammenfasst, und einer Untergrundebene. Im Oberteil ist die fünfköpfige Hauptkirche mit dem Kreuzkuppelsystem der Bögen zu sehen. Diese bestehen sich wiederum aus einem Hauptaltar und zwei Nebenaltäre. Hier gibt es auch einen Kleintempel, errichtet an der Stelle der im XVIII. zerstörten Kirche, sowie den Speisesaal mit zwei Nebenaltären. In der Untergrundebene blieben die Reste von Mauern der vernichteten Klöster erhalten.

Das erste in Moskau unterirdische Kirchenmuseum befindet sich auf dem Gelände des Empfängnis-Klosters. Zu seinen Exponaten wurden die Überreste der Kathedralen aus dem 16. – 18. Jahrhundert, sowie die Befunde, welche die Archäologen im Laufe der sechsjährigen Aufgrabungen auf diesem Gelände entdeckten.

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