Museum für die Archäologie von Moskau

Museum für die Archäologie von Moskau, gelegen in einem unterirdischen Pavillon am Maneschnaja-Platz, in der Tiefe von 7 Metern, unmittelbar an der Stelle, wo die großangelegten archäologischen Ausgrabungen in den Jahren von 1993 bis 1996 stattgefunden haben, gibt die Vorstellung über die Hauptstadt des Mittelalters, die Geschichte der Geländeentwicklung am heutigen Maneschnaja-Platz, sowie verfügt über allgemeine Angaben betreffend die Methode archäologischer Untersuchungen. Im Museum lernt man die materielle Kultur Moskaus und der Moskauer Region vom Paläolith bis zum XIX. Jahrhundert kennen. Die Museumsexposition zählt ca. 2 Tausend Exponate, deren Grundlage die im Laufe der Ausgrabungen entdeckten Pfeiler der Woskresenskij-Brücke aus den ХVII. – ХVIII. Jahrhunderten bilden, die einst die zwei Ufer des Flusses Neglinnaja verband. Noch ein bekannter Ausstellungsgegenstand ist der „Riesenschatz”, gefunden im Jahre 1996 auf dem Gelände von „Stary Gostiny Dwor“ (wörtlich: „alter Gasthof“) — 335 europäische Münzen, mehr als 95 Tausend russische silberne Kopeken und 16 silberne Gefäße des XVII. Jahrhunderts. Dank den Systemen der ergänzten Realität, installiert in Museumshallen, können die Besucher die Woskresenskij-Brücke zu verschiedenen Zeitpunkten der Geschichte sehen.

Wenigstens ebenso interessant sind die Hallen, wo die Alltagsgegenstände ausgestellt sind, welche in den Jahrhunderten XV-XVII unter Einwohnern Moskaus in Gebrauch waren – aus Birkenrinde geflochtene Schwimmer und Gesenke, gemacht aus Lehm und Granulit: Die Einheimischen pflegten es, gerade an den Kremlmauern, im Fluss Neglinka (anderer Name von Neglinnaja) Fische zu fangen; in Fangnetze gelangten Hecht, Quappe, Wels und sogar Störl. Hier ist das, was echte Männer interessiert: Messer, Schlösser, Hufeisen, Scheren, Münzen und sogar „Kopouschki“ – ein Urbild für heutige Wattestäbchen. Und da sind die Schuhe – ein mächtiger Bastschuh, offensichtlich vom Fuß eines Familienvaters; ein rührender Kinderschuh, der mindestens drei Jahrhunderte alt ist, und eine gerissene Wollsocke!

Übersichts-, Themen-, Interaktiv- und Maskenexkursionen machen die Besucher mit der Geschichte der Ausgrabungen am Maneschnaja-Platz und mit der Methode archäologischer Untersuchungen, sowie mit einzigartigen Fundstücken, entdeckt bei der archäologischen Erforschung der Moskauer Altstadt, bekannt.

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