M.J. Lermontow-Hausmuseum

M.J. Lermontow wurde 1814 in Moskau, im Haus des Generalmajors F.N. Toll neben dem Roten Tor (Krasnyje Worota) geboren. Jetzt existiert weder das Haus, wo der Dichter geboren wurde, noch die Drei-Hierarchen-Kirche, wo er getauft wurde, noch das Rote Tor. Es blieb aber ein kleines einstöckiges Holzwohnhaus mit Mezzanin in der Straße Malaja Moltschanowka erhalten, wo Lermontov deri Jahre seiner Jugend von 1829 bis 1832 verbrachte, wo er begann, Gedichte zu schreiben, und literarische Laufbahn als seine Vorbestimmung einsah. Dieses Haus mietete die Großmutter des Dichters Elisaweta Alekseewna Arsenjewa bei der Kaufmannsfrau F.I. Tschernowa. Zusammen mit dem Haus mieteten sie auch die im Hof befindlichen Bauten: Küche, Gesindestube, Pferdestall, Remise, Eiskeller und Scheune. Nach dem Ausziehen von J.M. Lermontow und A.E. Arsenjewa blieb die Bebauung des Hofes bis 1844 unverändert. In den nachfolgenden Jahrzehnten änderten aber die neuen Inhaber wesentlich sein Erscheinungsbild. Jetzt ist das Gebäude nach ursprünglichem Layout restauriert. Bereinigt von späteren Bauten, umgestaltet mit der authentischen Raumfluchtplanung von Prunkgemächern und Zwischengeschossen und Mezzanin, typisch für allgemeine bauliche Gestaltung Moskaus nach dem Brand.

Das einzige Memorialhaus von Lermontow in Moskau ist für sich ein kostbares Artefakt und das bedeutendste Exponat. Die Museumsexposition erzählt über Lermontows Lernen im Universitätsipensionat für Adel, sein Studium an der Moskauer Kaiseruniversität, über spannungsvolles geistiges und schöpferisches Leben des Dichters. Zu achtzehn Jahren schuf er schon 17 Poemen, 4 Dramen, schrieb 250 lyrische Dichtungen.

Der Memorialteil des Hauses stellt die wiederhergestellte Innenausstattung eines Moskauer Wohnhauses aus den 1830-er Jahren dar, mit nach Typologie ausgewählten Möbeln und Gegenständen der angewandten Kunst, originalen Familienportraits, Zeichnungen und Bildern Lermontows, Büchern mit seinem Autograph. Die Museumsexposition erzählt über Lebensordnung der Familie, über Interessen und Leidenschaften Lermontows in der Jugend, und die Menschen, die ihn damals umgaben.

Das Museum gibt nicht nur sorgsam die Ausstattung eines Adelhauses im ersten Drittel des XIX. Jahrhunderts wieder, sondern vermittelt auch die Atmosphäre des gespannten geistigen Lebens, in der die poetische Genie Lermontows reifte.

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