Das W.A. Tropinins Museum

Unter vielen Museen von Moskau belegt das Museum von W.A. Tropinin und der Moskauer Malern seiner Zeit einen besonderen Platz. Mit Recht ist es im eigentlichen Sinne das „Moskauer“ Museum unter anderen Museen der Hauptstadt. Das hat damit zu tun, dass sich das Gebäude und die dort aufbewahrenden Kunstwerke auf die künstlerische Kultur von Moskau des 18.-19. Jahrhunderts direkt beziehen.

Das Museum wurde 1969 vom berühmten Moskauer Sammler F.E.Wischnewkij gegründet, der das Einfamilienhaus und 250 Kunstwerke der Malerei, der Grafik und das Kunstgewerbes der Stadt schenkte. Insgesamt machte F.E.Wischnewkij 800 Kunstwerke den verschiedenen Museen des Landes zum Geschenk. Im Laufe der 40 Jahre vergrößerte sich die Museumssammlung fast um das Zehnfache. Das Museum verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen der Werke von W.A.Trapinin, der als Begründer „der Moskauer Schule“ der Malerei und der beliebteste Porträtmaler von Moskau der ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts gilt. Im Museum finden Sie außerdem die Arbeiten der herausragenden Meister der Vergangenheit. In Museumsbeständen werden auch die Bilder der berühmten Maler des 19. Jahrhunderts aufbewahrt: I.K. Aiwasowski, A.N. Benois, W.M. Wasnezow, I.I. Lewitan, K.A. Korowin, W.D.Polenow und andere.

Ein besonderes Merkmal des Museum ist seine Kleinformatigkeit, die die Atmosphäre des altehrwürdigen Moskauer Hauses bewahrt. Möbel, altertümliche Kronleuchter, Stehlampen, Porzellan, Glas, Kästchen aus Knochen, Glasperlenstickerei – all diese Gegenstände tragen dazu bei, die Harmonie der längst vergangenen Zeiten zu verspüren.

Themen der Exposition und der Ausstellungen des Museums locken viele Besucher an. Die Besichtigungen und thematische Führungen werden von Museumsmitarbeitern durchgeführt, sowohl im Museum, als auch durch den Bezirk Samoskworetschje.

Wassili Tropinin wurde am 30. März 1776 im Kirchdorf Karpowka des Nowgorodskaja-Gouvernements als der Leibeigene des Grafen A.S. Minih geboren. Der überwiegende Teil der Kunden des Malers waren die Moskauer Kaufleute, denen die nüchterne und besonnene Einsicht von Trapinin bezüglich des Modells und seine Fähigkeit, die Menschenwürde hervorzuheben, ganz nah lagen. Die kaufmännischen Familiengalerien wurden oft in Anlehnung an Adligen geschaffen. Sie wiederspiegelten aber in vieler Hinsicht den Geschmack eigenes Umfeldes. Trapinin malte Porträts der Mitglieder der kaufmännischen Dynastien von Kisseljows, Karsinkins, Masurins, Saposchnikows.

Tropinin hob die selbständige Richtung in der russischen Kunst aus der Taufe, die mit der aufmerksamen, ernsten Analyse des Volkscharakters eng verbunden war. Diese Richtung entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Schaffen der Wanderer weiter.

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