Das Schloss-Park-Ensemble Lefortowo

Die Entstehung und die Erscheinung des einmaligen Architekturensemble hat mit dem Namen Peter I. zu tun, der im Laufe seines ganzen Lebens schon seit seiner frühen Jugend ans Ufer des Flusses Jausa mit großem Vergnügen kam. Er mochte auch die Nemezkaja Sloboda (Deutsche Vorstadt), die von Ausländern dicht besiedelt war.

Hier hatte er zahlreiche Freunde unter Ausländern und „der beste von Ausländern“ war Franz Lefort. Er wohnte in einem eigenen Haus, in dem Peter fast seine ganze Freizeit verbrachte, indem er Tanzbälle und Staatsempfänge veranstaltete. Mit der Zeit konnte dieses Haus so viele Gäste des Zaren nicht mehr aufnehmen, darum entstand die Notwendigkeit, das neue Gebäude in der Nemezkaja Sloboda zu bauen.

Der Palast wurde von 1697 bis 1699 nach dem von Peter genehmigten Entwurf errichtet. Am 12. Februar 1699 war im Palast die erhebende Einweihungsfeier. Und am 2. März stirbt Fritz Lefort im Alter von 43 Jahren, ohne in seiner neuen Bleibe leider gewohnt zu haben.

An der Zeitenwende vom 18. Jahrhundert wird Lefortowo zu einem der aristokratischsten Bezirke von Moskau. Hier wurde der prächtige Gutshof im europäischen Stil gebaut. Der Golowinski-Palast war für den Empfang der Personen aus der näheren Umgebung vom Zaren vorgesehen. Genau der Golowinski-Gutshof legte den Grundstein zur Gestaltung des Schloss-Park-Ensembles am linken Ufer der Jausa. Peter I. mochte diesen Ort und während seines Aufenthaltes in Moskau kehrte oft im Golowins Haus ein, wo Feste, Versammlungen und Staatsempfänge durchgeführt wurden. Es ist bekannt, dass Peter I. hier die Gesandtschaft von Ludwig XV. empfing.

Das Erkennungszeichen des Schloss-Park-Ensembles wird das aktive Verhältnis zur Natur. Die natürliche Landschaft wird umgestaltet, deren Schöpfer den Fluss- und Bachlauf umkehren, das Territorium sauber machen und planieren. Das Wasser in seinen künstlichen Formen – Springbrunnen, Kaskaden, Teiche-Spiegel, Schmuckbäder der verschiedensten Gestalten – spielen seither eine besondere Rolle. Der französische Garten wurde in die direkte Fortsetzung des Palastes verwandelt.

Über die Geschichte von Lefortowo, der Nemezkaja Sloboda und über die Ereignisse, die mit Peter I. und seinen Reformen zu tun haben, erfahren Sie bei der Besichtigung der Exposition des Lefortowo-Museums. Die Museumsexposition umfasst die historische Zeitperiode von der Petrinischen Epoche bis auf den heutigen Tag:

— Im 18. Jahrhundert waren in Lefortowo Repräsentanten der regierenden Macht oft zu Gast: Katharina I., Anna Iwanowna, Jelisaweta Petrowna, Katharina II., Peter II. und Paul I.

— Im 19. Jahrhundert entwickelt sich intensiv die Industrie, militärische Lehranstalten werden gegründet.

— In der Exposition, die die Geschichte des Bezirks des 20. Jahrhunderts wiederspiegelt, sind Dokumente und Fotos der großen Betriebsobjekte ausgestellt.

Die Museumsmitarbeiter veranstalten verschiedene Übersichts-, Kostüm-, Bus-, und Fußführungen.

Der Gutshof Lefortowo ist der Ort, wo sich Bewohner und Gäste der Hauptstadt erholen und interessante und erkenntnisreiche Vorlesungen besuchen können. Im Park sind der Rest der Terrasse aus rotem Ziegelstein erhalten geblieben; außerdem verwilderte Teiche, eine irgendwann prächtige Grotte von B.F.Rastrelli und eine Wehrbrücke, die die Teiche einteilt. Über diese Brücke verläuft die mit Linden bewachsene Hauptallee. Neben dem unteren Teich liegt die vor kurzem restaurierte Laube zum Andenken an Peter I.

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