Das Moskauer Museum der modernen Kunst

Das Moskauer Museum der modernen Kunst ist das erste in Russland staatliche Museum, das völlig auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisiert. Seit der Eröffnung weitete das Museum mehrmals seinen Tätigkeitsbereich aus und wurde vom breiten Publikum anerkannt. Heute ist das Museum einer der aktivsten Teilnehmer des Kunstlebens von Moskau. Das Museum ist über vier Orte im historischen Zentrum von Moskau verteilt.

Die Museumssammlung präsentiert die Hauptentwicklungsetappen der Avantgarde. Der überwiegende Teil der Sammlung besteht aus den Werken der russischen Autoren, es gibt aber in der Exposition die Arbeiten der modernen Maler: grafische Blätter von Pablo Picasso, Fernand Léger, Joan Miró und Giorgio de Chirico, Skulpturen von Salvador Dalí, Arman und Arnaldo Pomodoro, die Malerei von Henri Rousseau und Françoise Gilot, die Installationen von Yanagi Yukinori.

Den Kern der Sammlung bilden die Werke der Klassiker der russischen Avantgarde Anfang des 20. Jahrhunderts. Die manchen bei den Versteigerungen und in den Galerien Europas und Amerikas gekaufte Werke wurden in die Heimat aus dem Ausland zurückgebracht. Darunter sind Malertücher von Kasimir Malewitsch, Marc Chagall, Natalja Gontscharowa, Mihail Lermontow, Pawel Filonow, Wassily Kandinsky, die Skulpturen von Alexander Archipenko und Ossip Zadkine. Außerdem ist das Museum stolz auf seine einmalige Sammlung von Werken des georgischen Kunstmaler-Autodidakten  Niko Pirosmani. Der umfangreiche Teil der Exposition ist dem Schaffen der Maler-Nonkonformisten der 1960–1980er gewidmet: Ilja Kabakow, Anatoli Swerew, Wladimir Jakowlew, Wladimir Nemuhin, Vitaly Komar, Alex Melamid, Oskar Rabin, Dmitry Krasnopewzew, Leonid Schwarzmann, Oleg Zelkow und andere. Das Museum unterstützt die Entwicklung der modernen Kunst und vervollständigt immer seine Sammlung. In der Rubrik „aktuelle Kunst“ sind die Werke von Boris Orlow, Dmitry Alexandrowitsch Prigow, Walery Koschljakow, Wladimir Dubosarskogo, und Aleksandr Winogradow, Oleg Kulik, Wiktor Piwowarow, Konstantin Swesdotschjotow, Andrey Bartetew und anderen Kunstmalern vorgestellt.

Das umfangreiche Ausstellungsprogramm des Museums ist auf die maximal breite und vielfältige Repräsentation der visuellen Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts gerichtet. Das Museum veranstaltet jährlich die Ausstellungen vom ganz verschiedenen Ausmaß – vom Antrittsaufführungen der angehenden Schauspieler und konzeptionellen Expositionen bis zu internationalen Festivals und riesigen Retrospektiven von Werken der großen Kunstmaler.

1.Das Hauptgebäude des Moskauer Museum der modernen Kunst hat einen besonderen historischen und kulturellen Wert. In der Geschichte von Moskau gilt dieses Architekturdenkmal des 18. Jahrhunderts als das Gubins Einfamilienhaus. Es war einmal tatsächlich das Haupthaus des städtischen Gutshofes des reichen Uraler Industriellen und des Kaufmannes Mihail Pawlowitsch Gubin. Das Gebäude wurde 1793 nach dem Entwurf des berühmten russischen Baukünstlers Matwej Kasakow gebaut. Nach dem Wechsel der ganzen Reihe von Besitzern erhielt das Grundstück den Wirt, dessen Name dank dem von ihm errichteten Gutshof verewigt wurde. Dessen Haupthaus ist bis heute in seinem ursprünglichen Aussehen fast vollständigerhalten geblieben. Die Forscher, die sich mit dem Architekturerbe von Matwej Kasakow befassen, setzten mehrmals voraus, dass das Hauptgebäude des Gutshofes vom Baukünstler aus einem früheren Gebäude umgebaut wurde. Das Einfamilienhaus samt dem Seitenflügel (einer von denen ist bis heute erhalten geblieben) bildet ein typisch Moskauer Gutshofsensemble, dessen Fassade auf die rote Linie der Straße hinausgeht. Hinter den Bauten liegt ein Park mit einem kleinen Teich. Diese Gestaltung des Gutshofes existierte bis Ende des 19. Jahrhunderts, dann teilte er das Schicksal der meisten Moskauer Gutshöfe – die Besitzverteilung. Sein größter Teil samt dem Garten und dem Teich wurde verkauft und später bebaut. 1880 wurde das Haupthaus einem Gymnasium vermietet. Es ist bekannt, dass dort der berühmte Dichter-Symbolist Walery Brüsow und Bahruschins Bruder lernten.

Dank der Rekonstruktion kann der Museumsbesucher das einmalige Deckengemälde des Einfamilienhauses sehen, die im klassischen Geiste ausgeführt sind. Die Bestandteile der Innenausstattung: die Prachttreppe, die Orchesternische im Ballsaal, die Keramikofen vermitteln bis heute die Atmosphäre des Moskauer Altertums.

2.Das zweite Gebäude des Moskauer Museums der modernen Kunst liegt an der Adresse: Ermolaewskij-Gasse 17. Das Haus, in dem sich das Museum befindet, wurde nach dem Entwurf von D.S. Markow im Jahr 1915 für die Moskauer Architekturgesellschaft auf Kosten der Architekten gebaut. In diesem Gebäude war das so genannte Stabsquartier dieser Gesellschaft, bis das Gebäude im Jahr 1932 abgerissen wurde. Sein letzter Vorsitzender war von 1922 bis 1932 der Moskauer Architekt A.B.Schussew. In der Sowjetzeit gehörte das Haus dem Moskauer Verband der Kunstmaler. Hier wurden die Ausstellungen für Jugendliche veranstaltet und befanden sich Ateliers. Der Architekturstil des Gebäudes versteht man als der seinerzeit beliebte Neuklassizismus, der dem Jugendstil nachfolgte.

3.Die dritte Ausstellungsplattform befindet sich auf dem Twerskoj-Boulevard 9. Ab Ende der 1960er Jahre diente dieser Raum als das Atelier des Präsidenten Russischen Akademie der Künste Surab Zereteli. Die berühmten Dichter und Schriftsteller, Sänger und Musiker, Maler, Wissenschaftler, Journalisten, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens waren bei ihm zu Gast im Laufe der Jahre.

4.Die vierte Ausstellungsplattform ist auf dem Gogols Boulevard 10. Dieses Gebäude schuf auch Architekt Matwej Kasakow. Es wurde Ende 18. Jahrhunderts gebaut und gehörte zu Zurikows-Narischkins. Heute werden hier die umfangreichen internationalen Ausstellungsprojekte, forschungspraktische Konferenzen, Fachtagungen veranstaltet.

5.Auf der Bolschaja Grusinskaja Straße 15 steht ein Haus, das vom Kaufmann Wasilij Gorbunow Ende 19. Jahrhundert gebaut wurde. An der Zeitenwende vom neuen Jahrhundert legte das altehrwürdige Einfamilienhaus völlig seine Natur ab. Sein würdevolles, schnörkelhaftes und eklektisches Aussehen wurde durch einen modernen Anbau vervollständigt. Auf der Fassade des Anbaus sind lustige Clowns. Diese riesigen, bunt bemalten Skulpturen verliehen dem Gebäude einen festlichen und fantastischen Charakter.

Die Plattform vor dem Einfamilienhaus (ein Teil der Georgier Platz) verwandelte sich ins Museum unter freiem Himmel. Die Exposition umfasst die Sammlung der Werke von Surab Zereteli und die von ihm gefertigten, im Innenhof stehenden Monumentalskulpturen, samt Mosaik- und Glaskompositionen.

Die Exposition ist über drei Stockwerke verteilt und präsentiert 250 Werke der folgenden Kunstrichtungen Malerei, Grafik, Emaille, selbstständige Skulptur. Sie erzählt über den Werdegang und den Schaffensweg der Maler, über die tiefe Verbindung seiner Kunst zur altehrwürdigen und modernen Kunst Georgiens, unter anderem zur europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

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