Das Kloster der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius

Im Laufe seiner 6 Jahrhunderte langen Existenz verwandelte sich das abgelegene Einödkloster ins Kloster der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius. Das ist das größte Männerkloster der russisch-orthodoxen Kirche. Dieses architektonische Ensemble der verblüffenden Schönheit gehört zum UNESCO-Welterbe.

Die heutige Pracht des modernen Klosterortes auf dem Hügel Makowetz hat mit den ersten Tagen seiner Gründung wenig zu tun. Das Wohnen im Kloster war damals kummervoll, beengt und durch die Disziplin des mönchischen Gemeinschaftslebens sehr geprägt. Dieser „strengste Mönchsstand“ könnte sich auf Rus vor der Zeit der Erscheinung des Heiligen Sergius von Radonesch kaum einleben.

Der Heilige Sergius von Radonesch blieb bis zum Ende seines Lebens Hegumen des von ihm gegründeten Klosters. Hier starb er und hier fand feierliche Übertragung seiner Reliquien statt. Der resignierte Asket galt schon beim Leben als heilig. Seine Taten und seine Person waren für die russische Geschichte so bedeutungsvoll und gewichtig, dass sich ohne Heiligen Sergius von Radonesch und sein Kloster der russische Staat überhaupt nicht herausbilden könnte.

Der neue Staat, die Sowjetunion, verwandelte das altehrwürdige Kloster zuerst ins Museum und dann ins Schaufenster des erlaubten orthodoxen Christentums. Heute führt das Kloster (Lawra) das Doppelleben: sowohl als das touristische als auch das geistliche Zentrum.

Da sind die mit Gebeten aufgefüllten Kathedralen, die Schönheit des modernen Klosterortes und die materielle Verkörperung des Geistes Russlands – im „Haus der Dreifaltigkeit“ findet jeder die Antworten auf seine geistlichen Fragen.

Die Führungen durch das Kloster der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius machen Sie mit Heiligtümern, der Architektur und Sehenswürdigkeiten einer der berühmten russischen Heimstätten bekannt. Dieser Ort ist das größte Zentrum der russischen geistlichen Kultur und der Aufklärung:

— Der altehrwürdigste Tempel der Heimstatt ist die Kathedrale der Dreifaltigkeit (1422), in dem sich die einmalige Sammlung der Ikonen der Schule von Andrei Rubljow   (1405-1425) befindet. Dort werden auch die heiligen Gebeine des Gründers vom Kloster im silbernen Heiligenschrein des 18. Jahrhunderts aufbewahrt;

— Der Tempel zu Ehren des heiligen Sergius mit einem Speisesaal (1686-1692), in dem die im Stil des Moskauer Barocks ausgeführte Innenausstattung wunderbar erhalten geblieben ist. Dort sehen Sie auch eine der schönsten handgeschnitzten Ikonenwände Russlands (1688);

— Die Uspenski-Kathedrale (1559-1585), der wunderschöne Fresken und eine Ikonenwand des 17. Jahrhundert enthält. Dort herrscht eine mit Gebeten aufgefüllte Atmosphäre der unaufhörlichen, alltäglichen, liturgischen Tradition;

— Der Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Tempel der Moskauer Priesterakademie ist ein Ort des Gebens für Studenten der ältesten theologischen Bildungseinrichtung der russischen orthodoxen Kirche;

Auf Wund kann man auch die Krypta der Uspenski-Kathedrale – die Ruhestätte der Patriarchen Alexius I. und Poimen besichtigen und das Serapionows Gemächer. Dort werden die Reliquien der verschiedenen Zeiten aufbewahrt.

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