Brandschutzmuseum

Seit den Zeiten, als mit Heu überdeckte Hütten, Scheunen und Terems sich ausweiteten und zu Stätden wurden, kam es immer häufiger zu Bränden, welche verwüstend stark waren. Diese bereiteten jeden Tag die Gefahr, Familienangehörige und Eigentum zu verlieren. Die Ursachen eines Brandes waren unterschiedlich: Wegen unvorsichtigen Umgehens mit Feuer; infolge von Naturereignissen (Trockenzeit, Blitzschlag); wegen Brandstiftungen. Erschreckend nach ihren Folgen wurden Beutezüge von Kumanen, Petschenegen und Nachbarfürsten während der Fehden: In der damaligen Periode war Feuer eine der Haupttaktiken zur Eroberung von Städten und Vernichtung des Feindes. Im 11. Jahrhundert war Moskau aus Holz — der Kreml mit Burgmauern, dicht bebaut mit Häusern und ausgepflastert mit Holzfußwegen, wurde im Falle eines Brandes auf einmal zur Asche.

Im Zeitraum der Herrschaft vom Moskauer Großfürsten Dmitrij Donskoj (14. Jahrhundert) war der Kreml durch eine Zweikilometermauer aus Weißstein geschützt. Gerade seit jener Zeit pflegt man es, Moskau „weißsteinig“ zu nennen. Nachdem Dmitrij Donskoj die Kremlmauern errichtet hatte, verringerte er erheblich die Gefahr, dass die Stadt wegen Kriegsbrände durch Feuer vernichtet wird. Und trotz der Tatsache, dass die Stadt nicht immer vor Brand zu bewahren war, wie zum Beispiel 1382, als Tochtamysch-Khan Moskau ausräubern und verbrennen konnte, retteten die Steinmauern die Stadt oft vor Vernichtung.

Die ersten Versuche, vorbeugende Brandbekämpfung zunächst in Moskau, und dann auch in anderen Städten einzurichten, gehören zum Ende des 15. — Anfang des 16. Jahrhunderts. Nach dem verwüstenden Brand im Juli 1493 erlässt Ivan der Schreckliche die in Russland ersten Regeln zum Vorbeugen der Brandentstehung: Öfen im Sommer nicht einheizen, Essen in Gärten weit von Häusern kochen; Feuer in Häusern nicht halten; Glasherstellung innerhalb der Stadt nicht betreiben usw. Eine der bedeutungsvollen Verordnungen des Fürsten war die Forderung, Steingebäude zu bauen. In Moskau begann man, Ziegelbrennereien zu errichten. Dieser feuerbeständige Werkstoff wurde bei der Rekonstruktion der Kremlmauern benutzt, die aus rotem Backstein gebaut wurden, dabei 17 Meter hoch und 5 Meter breit waren. Zur Erhöhung der Brandsicherheit verordnete Ivan der Schreckliche, alle Bauten rund um Kreml in der Entfernung von 235 Metern zu demontierenремля на расстоянии 235 метров.

1504 erscheint der Erlass über Gründung einer Feuerwehr- und Überwachungsmannschaft, deren Funktion war, Einhaltung von Regeln in der Stadt zu kontrollieren, unter anderem von Brandsicherheitsmaßnahmen. In dieser Hinsicht wurde die Stadt in Reviere geteilt, auf den Straßen stellte man Tore auf, die nachts verschlossen wurden. Stadtbewohner stellten eine Gruppe von Wächtern ein, denen insbesondere zur Pflicht gemacht wurde, fremde in die Stadt nicht einzulassen.

Weiterhin wurden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts Befehle und Verordnungen erlassen, die es verboten, Dampfbad im Sommer zu benutzen, Feuer anzulegen u.dgl.m.

1550 bildet sich erstmalig in Russland der Feuerwehrdienst, der auf das Strelitzen-Heer auferlegt wird. Seit diesem Jahr öffnet sich der neue Meilenstein in der Entwicklung des Brandschutzwesens, diese Funktion wurde auf eine für damalige Begriffe hochorganisierte Struktur auferlegt. Sogar nach der Abschaffung des Strelitzen-Heeres (1698) wurde die Funktion der Brandbekämpfung von Militäreinheiten getragen.

Die Museumsexposition erzählt den Besuchern über Werdegang des Feuerabwehrdienstes noch bei Ivan dem Schrecklichen, sowie über Entwicklung des Brandschutzwesens seit damals und bis heute. In sieben Hallen kann man über die Geschichte des Feuerwehrdienstes, den staatlichen Brandschutzaufsicht, über Helden der Brandbekämpfung, Alarmanlagen und automatischen Feuerlöschsysteme erfahren, sowie seltene Raritäten sehen, die in verschiedenen Zeitepochen benutzt wurden. Die Ausstellungsmodelle sind in kleinsten Details sehr wahrheitsgetreu gefertigt.

Die ersten Brandbekämpfungspumpen wurden nach Moskau aus dem Ausland geliefert. Peter der Erste, der „die Pforte nach Europa“ durchbrach, führte die Pumpen aus den damals weiten Deutschland und England ein. Im Museum wird eine Pumpe aufbewahrt, die bei der Bekämpfung des stärksten Brandes im Bolschoi-Theater eingesetzt wurde. Damals stellte diese den Höchststand technologischer Entwicklungen dar.

Zahlreiche Expositionen und erfahrene Museumsführer erzählen Ihnen über Traditionen und Großheldentaten der Feuerwehrmänner, helfen Ihnen, in die jahrhundertelange Geschichte der Feuerwehrbruderschaft einzutauchen. Die Museumsexkursion verläuft immer sehr spannend und erkenntnisreich. Dies ist ein echtes Abenteuer für Kinder und Erwachsene.

Ist merkwürdig, dass das Gebäude, wo sich das Museum befindet, schon über 200 Jahre alt ist! Es wurde im 18. Jahrhundert gebaut und gehörte dem Grafen Orlow. Das Haus kam durch den Brand des Jahres 1812.

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