Altehrwürdige Klöster von Moskau

Zu ältesten uns bekannten Klöstern von Moskau gehören das Danilow-Kloster und das Erscheinungskloster. Sie entstanden in Moskau Ende des 13. Jahrhunderts, aber erst im 14. Jahrhundert wurden Klöster aktiv gebaut. Zu jener Zeit wurden folgende Klöster errichtet: das Andronikow-, Tschudow-, Sretenskij-, Roschdestwenskij-, Simonow-Kloster. Der größte Teil aller bekannten Klöster wurde in Moskau noch später gebaut, in 16-17 Jahrhunderten.

Ursprünglich wurden die Klöster in Moskau in zwei Arten eingeteilt. Auf dem Territorium der Stadt standen ausgerechnet solche Klöster, die für die religiösen Ziele vorgesehen waren. Am Rande und rund um Moskau wurden die Schutzklöster gebaut. Sie waren gut befestigt, hatten festungsartige Wände. Wenn sich der Gegner der Stadt näherte, leisteten die Klöster Widerstand. Wenn es aber ein Frauenkloster war, wie z.B. das Neujungfrauenkloster, stärkten die Soldaten ihren Rücken. Zu den Schutzklöstern gehörten damals das Andronikow-, Nowospasskij- und Simonow-Klöster. Als die Grenzen von Moskau später erweitert wurden, verloren die Klöster ihre Schutzfunktion und bekamen neue architektonische Details.

1.Das Neujungfrauenkloster ist das schönste funktionierende Frauenkloster von Moskau. Es liegt in einer Biegung der Moskwa, auf dem Dewitschje-Feld. In dieser Gegend wurden der Überlieferung zufolge während des tatarisch-mongolischen Joches die russischen jungen Frauen für die Goldene Horde ausgewählt. Das Kloster wurde 1524 während der Regierungszeit von Wassili III. des Vaters von Iwan IV. des Schrecklichen gegründet, zum Andenken an den Anschluss von Smolensk (1514). Diese Stadt war über ein Jahrhundert unter der Herrschaft von Litauen. Der Anschluss von Smolensk vollendete die Gestaltung des einheitlichen und unabhängigen Moskauer Staates.

Das Neujungfrauenkloster ist eine richtige Festung: hohe unangreifbare Wände, Türme mit Schießöffnungen aus Ziegelstein, mit weißen Steinen besetzt. Die Hauptbauten wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im „Moskauer“ Barockstill errichtet. Während der Sowjetzeiten war das Kloster geschlossen; seine Gebäude dienten nur als Museum. 1994 wurde das Kloster wiedereröffnet. Zurzeit ist das Architekturensemble des Klosters in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen

Hier befindet sich das Kirchenmuseum mit einem Exkursionsbüro. Ein paar ständige Expositionen sind hier geöffnet. In der Sommerzeit kann man die Smolenskij-Kathedrale besichtigen.

Der Ort: die Metrostation Sportiwnaja.

2.Das Donskoi-Kloster ist eines der besonders gut erhaltenen Klöster von Moskau wurde zur Ehren der Don-Ikone der Gottesmutter zur Dankbarkeit für die Befreiung der Stadt Moskau von der Eroberung des Khanes Ghazi Bora Girai während1591-1593 errichtet. Das Kloster entstand an jenem Ort, wo sich das Lager der russischen Krieger befand, die sich auf den Kampf mit der mongolischen Heerschar vorbereiteten hatten. Heute werden im Kloster die heilige Don-Ikone der Gottesmutter, die Reliquie des Heiligen Hierarchen Tihon des Allrussischen Patriarchen behalten. Während der Zeit der Wirren wurde das Kloster ausgeraubt, und kam in die Rapuse. Ende des 17. Jahrhunderts erstand das Kloster und im Großen und Ganzen erhielt das heutige Antlitz. Das Donskoi-Kloster überstand viel. Es wurde ausgeraubt und geplündert sowohl in der Zeit der Wirren, als auch während des Napoleons Russlandfeldzuges von 1812 und nach der Revolution. Die Auferstehung des Klosters begann seit 1991.

Von Mitarbeitern der Exkursionsabteilung des Wallfahrtszentrums des Donskoi-Klosters werden die Führungen durch das Klosterensemble und die Nekropole durchgeführt. Alle Wünschenden werden im Wallfahrtshotel des Donskoi-Klosters untergebracht. Die Wallfahrer und die Gäste der Hauptstadt haben die Möglichkeit, im Klosterspeisesaal zu essen.

Der Ort: die Metrostation Schabolowskaja

3.Das Nowospasski-Kloster ist das erste in Moskau gegründete Kloster. Er wurde noch im 13. Jahrhundert vom Fürsten Daniel errichtet. Daniel war der Sohn des Heiligen Alexandr Newski. Die ersten Bewohner dieses Klosters waren Mönche des in den Kreml überwiesenen Danilow-Klosters. Während seiner Existenz an alter Stelle war das Nowospasski-Kloster der Anbetungsort des Großen Fürsten und seiner Familie.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das alte Kloster fast komplett abgebaut. An seiner Stelle wurde mit dem Bau eines neuen, grandiosen, würdevollen, mit fünf Kuppeln gekrönten Klosters angefangen. In seinem Antlitz bildeten sich mit überwältigender Wucht jene Architekturformen, die nach 7 Jahren als Muster für das ganze Russland galten.

Im Kloster blieb die Wandmalerei des 17. Jahrhunderts erhalten. 1918 wurde das Moskauer Nowospasski-Kloster geschlossen und ins Gefängnis verwandelt. Später befanden sich im Kloster verschiedene Behörden, die Ernüchterungsanstalt, Wohnungen. Seit 1991 ist es wieder das funktionierende Kloster.

Von Museumsmitarbeitern werden Führungen durch das Ensemble des Klosters durchgeführt, inklusive die Besichtigung der Verklärungskathedrale und die Bojaren Romanows Ruhestätte.

Der Ort: die Metrostation Krestjanskaja Sastawa/Proletarskaja

4.Das Swjato-Danilow-Kloster ist das älteste Moskauer Kloster. Es wurde nicht später als 1282 vom Fürsten Daniel von Moskau gegründet. Daniel war der Sohn des Heiligen Alexandr Newski. 1330 überwies der große Fürst Iwan Kaltita die Klostergemeinschaft in den Kreml und die altehrwürdigen Bauten des Klosters ödeten allmählich aus. 1560 wurde das Kloster vom Zaren Iwan des Schrecklichen wiedereröffnet. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster mit den Steinmauern umgegeben und die alte Kathedrale aufgrund des verfallenen Zustandes abgebaut. An seiner Stelle wurde der neue zweistöckige Tempel errichtet. Obwohl er 1729 wesentlich umgebaut wurde, blieb er bis heute erhalt. 1752 wurde über seiner westlichen Kirchenvorhalle wurde ein Türmchen mit dem Daniel Stylites-Tempel gebaut.

In 19. und 20. Jahrhunderten lag auf dem Territorium des Klosters einer der funktionierenden Moskauer Friedhöfe. Formell wurde das Kloster 1918 geschlossen, aber das Mönchsleben ging im Kloster bis 1930 fort. Nach der Schließung im Jahr 1931 und bis 1983 befand sich im Kloster das Jugendgefängnis.

Der Ort: die Metrostation Tulskaja

5.Das Rozhdestwenskij-Kloster. Dieses stauropegiale Frauenkloster wurde 1386 von der Gattin des Fürsten Andrej Serpuhowskoj und der Fürstin Maria Iwanowna – die Mutter des Fürsten von Wladimir des Tapferen – gegründet. Das ist eines der ältesten Frauenklöster in Moskau. Nach einigen Angaben lag es ursprünglich im Kreml und 1484 wurde an seine heutige Stelle in die Weiße Stadt versetzt.

Es befindet sich am Schnittpunkt der Rozhdestwenskaja-Straße und des Rozhdestwenskij-Boulevard, denen es ihre Namen gegeben hat. Das Kloster wurde zum Andenken an den Sieg auf dem Kulikowo-Feld errichtet, mit dem Segen vom Heiligen Sergius von Radonesch, der der erste Priesterseelsorger in diesem Kloster war.

Die Kathedrale der Geburt von der Seligen Jungfrau Maria wurde 1501-1505 gebaut. Es wurde aber mehrmals umgebaut. Während des Brandes 1547 wurde die Kathedrale beschädigt, aber bald wiedergebaut. Im 16. Jahrhundert erhob sich über den südwestlichen Winkel der Rozhdestwenskij-Kathedrale der im 17. Jahrhundert abgetragene Glockenturm, der durch die dachförmige Glockenstube ersetzt wurde. Sie wurde aber 1855 vom Blitz getroffen. Der Glockenturm über dem heiligen Tore wurde 1835-1836 errichtet. Die erste Steinmauer mit den vier Ecktürmen wurde 1671 gebaut, der neue Mauer wurde 1882 teilweise auf der Grundlage des vorigen errichtet. Im Laufe vieler Jahrhunderte lag parallel zu den nördlichen und südlichen Wänden des Klosters das einstöckige Gebäude, in dem sich reihenweise die Zellen der Nonnen befanden. Im 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese Bauten abgerissen.

1922 wurde das Rozhdestwenskij-Kloster geschlossen und ausgeplündert. Die endgültige Abschaffung des Klosters kam 1923 und die Kathedrale wurde dem Moskauer Stadtrat für den Milizklubraum übergeben. Nach einiger Zeit wurde auf dem Territorium des Klosters das Arbeitslager gegründet. Am 19. Juli 1993 am Tag der Heiligen von Radonezh ordnete der Geweihte Synod an, das Mönchleben im altehrwürdigen Kloster wiederaufzuleben.

Der Ort: die Metrostation Lubjanka/Trubnaja/Zwetnoj Bouleward/Kusnetzki Most

6.Das Sretenskij-Kloster wurde 1397 am Begrüßungsort der wundertätigen Ikone der Gottesmutter von Wladimir zum Andenken an die Befreiung der Stadt Moskau von der Tamerlands Eroberung gegründet. Der Haupttempel wurde 1677 neu gebaut. Das ist eines der ältesten Klöster der Stadt. Die zum letzten Meisterwerk der altrussischen Kunst von Moskau aus dem Jahr 1707 gehörende Wandmalerei des Klosters ist gut erhalten geblieben. An Tagen der Lichtmesse der Ikone der Gottesmutter von Wladimir fanden jährlich die Kreuzgänge aus der Uspenski-Kathedrale des Kremls in dieses Kloster statt.

Das stauropegiale Sretenskij-Männerkloster spielte eine aktive Rolle bei dem Auswahl von Michail Fjodorowitsch aus der Dynastie der Romanows zum Zaren. Fast jede Anbetung Gottes von Zaren, Patriarchen, Metropoliten, Fürsten, einfachen Pilgern fing immer im Sretenskij-Kloster an. Im 19. Jahrhundert befand sich der primatiale Katheder genau im Sretenskij-Kloster.

Ende 1925 wurde das Sretenskij-Kloster geschlossen. Von 1928 bis 1930 wurde der überwiegende Teil der Tempel und Gebäude des Klosters zerstört. Kurz danach entstand hier das Wohnheim des Volkskommissariats des Inneren. Auf dem Territorium des Klosters, das an den Gebäuden der Geheimpolizei (TscheKa) angrenzte, wurden die Leute erschossen. Dieser Fleck Erde ist im direkten Sinne mit Blut der tausenden neuen Märtyrer der furchtbaren Epoche der Kirchenverfolgung getränkt. Zum Andenken an alle von den Händen der gottesfeindlichen Regierung gefallenen Opfer wurde beim Eingang ins Kloster im Jahr 1995 das Flurkreuz errichtet, das von Seiner Heiligkeit des Patriarchen Alexius II. geheiligt wurde.

Vor der Revolution befand sich auch auf dem Territorium des Klosters der Friedhof, auf dem die Teilnehmer des Vaterländischen Krieges 1812 beerdigt wurden. In den Sowjetzeiten wurde hier das Gebäude der Mittelschule gebaut.

Mit der Wiedererrichtung des Klosters wurde 1991 begonnen. Zurzeit befinden sich auf dem Territorium des Sretenskij-Männerklosters das Sretenskij-Priesterseminar und einer der größten Buchverlage in dem modernen Russland. In diesem Verlag wird gottesdienstliche, theologische, historische, schöngeistige Literatur, Bücher in allen Hauptbranchen des religiösen Lebens herausgebracht.

Der Ort: die Metrostation Tschistije Prudi / Lubjanka

7.Das Wisoko-Petrowski-Kloster. Die Geschichte des Klosters ist eng mit der Gestaltung des Moskauer Fürstentums eng verbunden. 1325 nahm der Metropolit von Kiew und der ganzen Rus Pjotr das Angebot des Großen Fürsten Kalita, das Metropolitenamt von Kiew nach Moskau zu verlagern. Das kam dem Vorhaben des Fürsten Iwan Kalita entgegen, der die russischen Länder um Moskau herum vereinigen wollte. Das Wisoko-Petrowki-Kloster wurde in der Siedlung Wisokoje am Flussufer Neglinka bei Lebzeiten des Metropoliten Pjotr auf den Namen der Apostel Peter und Paul gegründet und hieß ursprünglich Petropawlowski. Zuerst wurde ein Holztempel auf den Namen der Apostel Peter und Paul errichtet.Das Kloster schützte Moskau vom Norden. Er gehörte zum Nordring der Kloster-Vorposten zusammen mit dem Strastnoj-, Nikitski-, Rozhdestwenski-, Sretenski- und Iwanowski-Kloster. Der Aufgang des Wisoko-Petrowki-Klosters fiel auf das letzte Viertel des 17. Jahrhunderts und hat mit der Begünstigung von Bojaren Narischkins zu tun, sie waren die Verwandten von Peter I mütterlicherseits. Ihr Moskauer Hof befand sich in der Nähe vom Kloster und gehörte später zum Komplex des Wisoko-Petrowki-Klosters (die Narischkinks Gemächer). Das Kloster war der Lieblingsgebetsort der Narischkins Familie, unter anderem Natalja Kirillowna, die Mutter von Peter I mochte dieses Kloster. Wahrscheinlich gab Natalja Narischkina seinem Erstgebornen den Namen Peter zur Ehren ihrem Lieblingsheiligen.

Auf Geheiß des Zaren wurde von 1684 bis 1685 an der Stelle der hölzernen Pokrowskaja-Kirche die fünfköpfige Kirche aus Stein auf den Namen der Bogoljubskaja-Ikone der Gottesmutter errichtet. Diese Kirche wurde zur Narischkins Ruhestätte. Hier wurden 18 Verwandten von Peter begraben.

Das Wisoko-Petrowki-Kloster wurde während des Napoleons Russlandfeldzuges von 1812 ausgeplündert. In den Wänden des Klosters erschossen Franzosen die der Brandstiftungen angeklagten Moskauer. Ihre Leichen wurden neben dem Klosterglockenturm begraben. Zu Sowjetzeiten wurde das Kloster 1922 geschlossen. Der letzte funktionierende Tempel des Klosters wurde 1929 versiegelt. Aus dem Bogoljubski-Ruhestätte-Tempel wurden alle Gedenksteine der Zarenverwandten rausgeworfen, die heute an der südlichen Wand des Tempels entlang liegen. Im Tempel wurde das Reparaturwerk der Motoren für Landwirtschaftstechnik platziert. Während des Baus der Moskauer Metro wurde das Territorium des Klosters mit Müll und Erde überhäuft, wodurch die Tempel fast um 2 Meter in der Erde versanken. Man hatte damals vor, das Kloster abzureißen, um die Petrowka-Straße auszudehnen. Das wurde aber nicht in die Tat umgesetzt. Seit 1990ern wurde mit der Wiedererrichtung des Wisoko-Petrowski-Klosters der Russischen Orthodoxen Kirche begonnen.

Der Ort: die Metrostation Tschekalowskaja

8.Das Spaso-Andronikow-Kloster. Die Spasski-Kathedrale des Spaso-Andronikow-Klosters ist der älteste in Moskau gebaute Klostertempel, der im 15. Jahrhunderts errichtet worden und bis heute erhalten geblieben ist. 1358 wurde der Metropolit Aleksij von einem gewaltigen Sturm in der byzantinischen Bucht „der Goldhorn“ in der Nähe von Konstantinopel erwischt. Er legte damals das Gelübde ab, eine Kathedrale in Moskau zu bauen, wenn er am Leben bleiben würde. Eine Kathedrale sollte auf den Namen dessen Heiligen errichtet werden, wessen Gedächtnis an dem Tag begangen wurde. Er wurde vom Storm am Tag von Mandylion (Spas Nerukotwornij) erwischt. Nachdem er nach Moskau zurückgekommen war, gründete Aleksij 1361 im Ort Sajausje das Spasski-Kloster mit der Hauptholzkathedrale zu Ehren Mandylion – „das nicht von Menschenhand geschaffene Bildnis Christi“. Der Abt wurde der heiliggesprochene Andronik, einer der Lieblingsschüler des Heiligen Sergius von Radonesch, darum heißt das Kloster Spaso-Andronikow. Im Kloster existierte lange der mit seinen Händen ausgegrabene Brunnen. Das Kloster überstand die Angriffe von litauischen Fürsten Kęstutis und Algirdas und auch von Toktamisch, der es ausplünderte, und von Napoleon. In einer Septembernacht stürmten französische Soldaten ins Kloster herein, indem sie das Tor durchbrachen. Nach zwei Tagen wurde das ausgeplünderte Kloster in Brand gesetzt. Wie durch ein Wunder blieben die heiligen Gebeine von Andronicus von Pannonien und Sava von Serbien verschont. Nach dem Brand quartierten sich die Napoleons Eroberer im Kloster ein, hackten Ikonen, um Feuer zu machen.

Zu Lebzeiten von Hegumenos Aleksandr wurde 1420 an der Stelle der Holzkathedrale eine neue Steinkathedrale errichtet, die bis heute erhalten geblieben ist. Sie wurde von berühmten altrussischen Ikonenmalern Andrei Rubljow  und Daniel Tschjorni (der Schwarze) bemalt. Der heilige Andrei Rubljow empfing die Mönchsweihe in diesem Kloster und wohnte hier lange Jahre als Mönch. Die beiden Ikonenmaler wurden auch hier bestattet. Ihre Gräber sind zurzeit verloren gegangen.

Nach der Revolution wurde das Kloster stark beschädigt. 1919 wurden hier die Arbeiter einquartiert. Im Frühling 1922 wurden alle Wertgegenstände in Beschlag genommen. Hier wurde die Besserungs-Kolonie für obdachlose Jugendliche platziert. Das Territorium des ehemaligen Klosterfriedhofes wurde extra für sie zum Fußballplatz verwandelt. 1930 wurde der Glockenturm in die Luft gesprengt.

1947 wurde das Kloster zum historisch – kulturellen Naturschutzgebiet erklärt. Seit 1960 funktioniert auf dem Territorium des Klosters das Zentrale Museum der altrussischen Kultur und der Kunst namens Andrei Rubljow.

Der Ort: die Metrostation Ploschad Iljitscha / Rimskaja

9.Das Andreewski-Kloster. Überlieferungen zufolge entstand das Männerkloster am Worobjowi-Abhang in Plennizi Ende des 12. Jahrhunderts. Die ersten schriftlichen Beweismittel bezüglich dieses Klosters stammen aus der Mitte der 16. Jahrhundert. Bis Ende des 16. Jahrhundert hieß das Kloster Preobrazhenskaja Pustin (Verklärungseinsiedelei). Wundersame Befreiung der Stadt Moskau von der Eroberung des Krimer Khans Ghazi Bora Girai 1591, die mit dem Gedenktag für den Märtyrer Andrej Stratalit zusammenfiel, hatte die Moskauer dazu bewogen, dass sie im Kloster zuerst den Tempel aus Holz und dann 1675 aus Stein errichteten, auf den Namen des Märtyrers Andrej Stratalit. Seither heißt das Kloster Andreewski. Die Fassade des Tempels ist mit den polychromen Tonfliesen verziert, die zum ersten Mal noch beim Ausschmücken der Moskauer Kirchen verwendet worden sind.

Der Aufgang des Andreewki-Klosters hat mit der in seinen Wänden vom Bojaren Fjodor Mihailowitsch Rtischew gegründeten akademischen Bruderschaft zu tun. Die auf Anregung von F.M. Rtischew in Moskau 1648 angekommenen ausgebildeten Mönche von Kiew wurden in den Wänden des Klosters untergebracht. Die Rtischews Bruderschaft lag der Slavjano-greko-latinskaja Akademija (slavo-gräko-lateinische Akademie) zugrunde. Der Entstehungszeit zufolge war sie die erste Hochschule in Moskau. Im 17. Jahrhundert hatte das Andreewski-Kloster in seinem Besitz Grundstücke, Mühlen, Fischläden und andere Immobilien. Zu den ihm gehörenden Klöstern zählte auch das Moskauer Donskoi-Kloster. Von 1648 bis 1654 wurde unter der Leitung des Baukünstlers Grigori Kopila der Klosterbaukomplex errichtet.

Bis 1917 existierte beim Tempel der Auferstehung eine Konfessionsschule, die 1900 wiedereröffnet wurde. 1918 wurde das Siechenhaus auf dem Territorium des Klosters dichtgemacht, weil in den Bauten die sogenannten Häuser-Kommunen platziert wurden. Im Tempel vom Heiligen Apostel Johannes wurden Gottesdienste bis Ende der 30er Jahre gehalten. Die Nekropole des Klosters wurde im Wesentlichen in 20-40er Jahren des 20. Jahrhunderts zerstört. 1996 wurde der Klosterkomplex der Russischen Orthodoxen Kirche zurückgewährt.

Der Ort: die Metrostation Worobjowi Gori

10.Krutizy (das Krutizy Metochi). Im Altertum verstand man unter dem Wort „Krutizy“ alle Anhöhen, die am linken Moskwaufer lagen. 1272 wurde in dieser Gegend der Tempel der Heiligen Apostel Peter und Paul gebaut und geweiht. Dabei errichtete auch das unter dem Namen Krutizy bekannte Kloster, gehörend der Sarajskaja und Podonskaja Eparchie. Die Lage der des Klosters hatte eine wichtige Bedeutung für den Aufgang vom Krutizy Metochi, und zwar seine Nähe zur Wasser- und Landmagistrale. Der östlichen Mauer entlang verlief der seit dem 12. Jahrhundert bekannte Kolomnaer Weg. Die Moskauer Fürste nahmen oft den Nikolo-Ugreschskaja Weg auf ihren Reisen in die Goldene Horde. Die nah gelegene Simonow- und Nowospasski-Kloster, die die zahlreichen Pilgern anlockten, trugen der Entwicklung vom Krutizy Metochi bei.

Nach den umfangreichen Bauarbeiten und der baulichen Ausgestaltung vom Krutizy Metochi während der Regierungszeit vom Metropoliten Paul II verwandelte sich dieser Winkel von Moskau nach Aussage von Zeitgenossen in eine Art von Paradies. Im östlichen Teil vom Metochi wurde ein prächtiger Garten angelegt. Das war einer der ersten Lustgärten von Moskau, in dem die seltsamen Pflanzen durch die von der Quelle versorgte Springbrunnen ergänzt wurden. Ein kleiner Gemüsegarten grenzte an den Garten. Nach dem Erlass des Jahres 1788 wurde das Bischofsmetochi abgeschafft. Die Uspenski-Kathedrale in Krutizy sollte zur Gemeindekirche werden.

Während des Vaterländischen Krieg 1812 wurde das Krutizy Metochi durch den Brand sehr beschädigt. Der oberen Uspenski-Tempel und der Tempel von Peter und Paul waren stark betroffen. Das Metochi wurde von Franzosen entweiht. Die Wandmalerei und Ikonen verschwanden. In verschiedenen Jahren war das Krutizy Metochi einer der Zentren der geistlichen Erleuchtung. So zum Beispiel wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Krutizy Metochi die Heilige Schrift aus dem Griechischen ins Russische übersetzt.

Die Sowjetzeiten brachten dem Metochi Ausplünderung und Zerstörung. 1991 wurde mit der Restauration des Ensembles begonnen. Es ist aber kein Kloster mehr. Heute befinden sich hier das Patriarchenmetochi und die Kirchenabteilung für Jugend. Im Krutizy Metochi kann man das bis heute erhalten gebliebene Heilige Tor mit Fresken, die Kleine Uspenski-Kathedrale und das Terem sehen, die durch Übergänge miteinander verbunden sind. Außerdem sehen Sie den funktionierenden Oberen Tempel der Kathedrale, Metropolitengemächter, die Woskresenskaja-Kirche, den mit den hervorragenden Übergängen ausgestatteten Glockenturm und vieles andere.

Der Ort: die Metrostation Proletarskaja

Leave a Reply