A.Rublev-Museum für altrussische Kultur und Kunst

1947 wurde auf dem Gelände des Erlöser-Andronik-Klosters das A.-Rublev-Museum für altrussische Kultur und Kunst gegründet. Zum Zeitpunk der Gründung des Museums stand das Kloster vollkommen ausgeraubt, die Museumskollektion sammelte man wörtlich gesagt brockenweise, und die zusammengefundenen Werke erforderten sorgfältige und langjährige Restaurationsarbeiten. Dennoch wurde das Museum nach Ablauf von 13 Jahren, am 21.September 1960, eröffnet. Dutzende Ikonen, von späteren Aufschriften und Schmutz bereinigt, von Wänden zerstörter Tempel abgenommene Bemalungen und Werke der angewandten Kunst sind in der Museumsexposition präsentiert. Sammeltätigkeit und Restaurationsarbeiten dauern immer noch und gehören unabdingbar zum täglichen Leben des Museums.

Die Mitarbeiter des Museums führen verschiedene thematische Ausstellungen durch, in Hinsicht sowohl auf den Museumskomplex, als auch auf dessen Exposition. In den Museumsexpositionen sind die Themen wie folgt präsentiert:

1. Ikonenmalerei. Dies ist der wertvollste und bedeutendste Teil der Museumskollektion. Ein wichtiger und beeindruckender Teil der Sammlung stellt die Malerei von Twer dar. Das Fürstentum Twer existierte vom XIII. Jahrhundert bis zum Jahr 1485, als es an Moskau angeschlossen wurde. Das Museum verfügt über die beinahe beste Kollektion von Ikonen aus Twer vom XV. Jahrhundert, die ausdrücklich expressiv und malerisch farbenprächtig sind. Groß-Rostow (Rostow Welikij) galt nach dem Anschluss an Moskau nach wie vor als ein bedeutendes geistiges und künstlerisches Zentrum, die Ikonenmaler von Rostow nahmen an der Herstellung der monumentalen Ikonenwand für Uspenski-Kathedrale des Kyrill-Beloserski-Klosters teil, von welcher fünf Ikonen in der Museumssammlung aufbewahrt werden. Eine besondere Stellung nehmen die Werke der Moskauer Malerei ein, die mit der Werkstatt und den Traditionen des nach Andrey Rublev zweitgrößten Malers vom Ende des XV. – Anfang des XVI. Jahrhunderts Dionysius verbunden sind. Das Museum verfügt über eine der besten Kollektionen der hauptstädtischen Ikonenmalerei dieses Zeitraums.

2. Monumentalmalerei. Die ältesten Stücke in der Kollektion der Monumentalmalerei sind die zwei ruinierten Heiligenbilder, die zu den Überresten der berühmten Ausmalung der Erlöserkirche auf Nerediza (Spasa-na-Neredize) bei Nowgorod gehören, geschaffen im Jahre 1199 und zerstört während des Großen Vaterländischen Krieges (des zweiten Weltkrieges).

3. Kunsthandwerk. Den größten Teil der Kollektion stellen kleine Klassikstücke dar: Miniaturschnitzerei aus Holz, Stein, Bein, Kupfer- und Silberguß, aus Kupfer gegossene Enkolpion-Krueze des XI.-XV. Jahrhunderts. Die Vielfältigkeit der Ikonographie und der Dekore sowie die Gußqualität sind typisch für Brustikonen und –Kreuze, hergestellt durch die Meister von Groß-Nowgorod (Welikij Nowgorod) in den XIV. – XVI.Jahrhunderten.

4. Skulptur gibt eine klare Vorstellung über die Entwicklung der Kultskulptur beginnend von der Zeit der Herrschaft des Zaren Aleksei Mikhailowitsch. Für die altrussischen erhabenen Heiligendarstellungen ist die Verflachung typisch, Volumen wird bedingt interpretiert, breite Anwendung finden malerische Mittel. Rückseite der Skulpturen wurde oft abgeschnitten, um diese mit der Rückwand des Ikonenkastens zu verbinden. Außer den Bildern zum Beten gab es in den Gotteshäusern von alters her Schmuckschnitzerei – Ikonenwände, Ikonenkasten, Königspforte.

5. Handschriftliches und altgedrucktes Buch. Die Museumssammlung von handschriftlichen und altgedruckten Büchern zählt ca. zweitausend Denkmäler. Das wertvollste davon ist Das Buch über Fasten des Heiligen Hierarchen Basilius des Großen vom Anfang des XV. Jahrhunderts. Unter altgedruckten Büchern befinden sich die Werke aus Moskau, Kiew, Wilno (alter Name von Vilnus), Lwow, Ostrog, beginnend von der berühmten „Ostrog-Bibel“ von Iwan Fjodorow aus 1581 und bis die Ausgaben altgläubiger Druckereien vom Anfang des XX. Jahrhunderts. Nur ein kleiner Teil dieser Kollektion kann in der ständigen Exposition präsentiert werden.

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